Samstag, 17. September 2016

Classic Confessions: Klassiker in der Schule?

Die Classic-Confessions-Aktion hat sich Antonia von Lauter&Leise ausgedacht. Jeden Mittwoch stellt sie eine Frage aus dem weiten und spannenden Feld der literarischen Klassiker - ganz meine Bühne!

Brauchen wir Klassiker in der Schule?  


Eine gute Frage, diese Woche, eine interessante, und eigentlich auch eine wichtige - und deswegen versuche ich mich mal an einer sehr idealistischen Antwort darauf, auch wenn die Schule jetzt natürlich schon ein Weilchen zurückliegt, und mich zur Zeit weniger beschäftigt. Aber wer weiß schon, wie in künftigen Generationen gelehrt wird, schließlich ist schon unsere Schulzeit kaum mit der unserer Eltern zu vergleichen, mit der unserer Großeltern noch weniger, und wenn wir noch weiter zurückgehen, landen wir in Generationen, die sich wohl glücklich schätzen durften, wenn sie überhaupt Lesen, Schreiben, Rechnen lernten. 

Aber back to topic:

Samstag, 10. September 2016

ZUSAMMEN/KUNST: Countdown läuft



In vier Wochen ist es soweit! Die dritte jährliche ZUSAMMEN/KUNST, dieses Jahr erstmalig im Rheinberger Haus der Generationen

Was?


Unter Organisation des KeinVerlag e.V. illustrieren und interpretieren Künstler aus Rheinberg und Umgebung Texte der KeinVerlag-Autoren. Genreübergreifend erarbeiten Autoren und Künstler gemeinsame Bühnenauftritte. Malerei, Musik, Theater, Tanz - hier wird für jeden Geschmack etwas geboten! 

Wann und wo? 

  • 08. Oktober 2016
  • ab 16:30 Uhr
  • Haus der Generationen Rheinberg, Grote Gert 50, 47495 Rheinberg

Programmablauf: 

  • 16:30 Uhr: Matinée mit Ausstellung der Bilder. Eintritt frei. 
  • 18:00 Uhr: Hauptprogramm (AK: 5 €) 

Kommet zuhauf und staunet, was da geboten wird! :-)

Montag, 5. September 2016

Montagsfrage: Brot für den Prot, Quiche für misch ... äh, mich.

Die Montagsfrage ist eine Aktion, die regelmäßig auf dem Buchfresserchen-Blog stattfindet. Jeden Montag wird eine Frage rund ums Thema Bücher gestellt, die man dann innerhalb einer Woche auf seinem eigenen Blog beantworten kann. 
http://buch-fresserchen.blogspot.de/p/montagsfrage.html

Und dieses Mal, das muss ich ganz ehrlich sagen, entspricht die Montagsfrage ganz meinem Geschmack bezüglich Absurdi- und Kulinarität! 

Habt ihr ein schlechtes Gewissen gegenüber Protagonisten, wenn die bspw. hungern müssen und ihr nebenher futtert

 

Sonntag, 4. September 2016

Romanarbeit: Ein Anfang

Wie bereits in meinem Bericht von unserer Grenzgänger-Lesung im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt angedeutet, sitze ich (mal wieder, ich weiß) an einem neuen Romanprojekt, und das schon seit einiger Zeit. Hier, in meiner neuen Rubrik Romanarbeit, werde ich ab jetzt schreibprozessbegleitend bloggen, meine Charaktere vorstellen, die ein oder andere Leseprobe bieten und von meinen Fortschritten, Problemen, Recherchearbeit und dergleichen berichten.

Was ich jetzt im Voraus schon verraten kann: Der Roman trägt momentan den Arbeitstitel Der Anfang vom Käse - daher auch mein abgewandeltes Logo, das in Zukunft auf den ersten Blick verraten soll, worum es geht. Dieser Titel (einer meiner Lieblingskritiker meinte einmal, ich solle ihn auf jeden Fall beibehalten und nicht in meinem Archiv abgelegter Arbeitstitel verschwinden lassen) beruht auf einem realen Ausruf einer realen Person - und in meinem nächsten Beitrag aus dieser Reihe, werde ich en detail erklären, wie es dazu kam. Auch die Handlung werde ich erst später umreißen, ich möchte nur eins loswerden: Es geht mitnichten in erster Linie "im Plauderton" um "den Alltag eines ungleichen Paares." (klick) Nö.

Aber lest selbst. Demnächst. Und am besten hier.

Samstag, 3. September 2016

Ein Hauch von Zwiebeln

Das Messer in ihrer Hand fühlte sich angenehm kühl an und es durchtrennte die helle Knolle auf dem Schneidebrett, als handelte es sich um weiche Butter. Ein energischer Querschnitt, dann zerteilte Eloise die erste Hälfte der Zwiebel in Ringe. Fahrig wischte sie sich mit dem Handrücken über die Augen, die den reizenden Substanzen sogleich Tribut zollten. Schniefend legte sich Eloise die zweite Hälfte zurecht  und führte das Messer in die Nähe ihrer Finger, ohne zu sehen, wo genau sie den Schnitt setzte. 

Sie sah das Blut, bevor sie den Schmerz spürte. Reflexartig steckte sie ihren Finger in den Mund, schmeckte Eisen mit Zwiebeln, oder Zwiebel mit Eisen.
„Eisenartiger Zwiebelgeschmack“, sagte sie laut zu sich selbst und lachte, ein einsames, hysterisches Geräusch in der hellen Küche, die von der Arbeitsfläche abgesehen, auf der sich sowohl unberührtes Gemüse, als auch bereits gewürfelte Zwiebeln stapelten, fast steril wirkte. Ein Tropfen Speichel, mit Eloises eigenem Blut vermischt, lief beim Lachen aus ihrem Mundwinkel und sie beeilte sich, ihn fortzuwischen. Die ersten Gäste mussten bald schon kommen, da durfte sie nicht aussehen, wie einem Vampirfilm entsprungen. 

Mittwoch, 31. August 2016

Grenzgänger-Trip nach Rumänien (II): Die erste Lesung (oder auch: wir sind jetzt wichtig)

 
Tja, da uferte der erste Reisebericht schon aus ... kennen wir ja, nichts Neues, also was tun? Richtig: Den Bericht splitten. Wer schon den ersten Bericht verfolgt hat, der weiß ja, was Sache ist: Grenzgänger, Fernbusfrust, Rumänien, zu kleine Blase, schöne Pension, musikalischer Brainstorm. Ab geht's also mit dem obligatorischen akademischen ... ähm, rumänischen Viertel Verspätung in den Bulli und auf nach Sibiu. Eckdaten: halb sechs, drohender Regen, Arschkälte. Motivation ungebrochen.


Abends - Lesung im Erasmus-Büchercafé


Der Eingang des Erasmus-Büchercafés, Inhaber Jens Kielhorn,
aufgenommen am Samstag (nicht, dass sich jemand über
mangelnde Authentizität bezüglich des Wetters beschwert! :D)
Mir ist schlecht. Nicht vor Aufregung, ganz ehrlich, seit Leipzig hauen mich Lesungen nicht mehr wirklich um - aber diese Schlaglöcher! Wenn man bedenkt, dass selbst mein Vater und meine Schwester es schon schafften, meinen Magen unter deutschen Straßenverhältnissen zum Brodeln zu bringen (ja, ich weiß, ich bin eine Fahrzeugmimose) ... nein, nein. Ich halte während der Fahrt nach Sibiu nach Möglichkeit die Klappe und fühle mich ein wenig käsig (also - noch käsiger als gewohnt), als wir aus dem Bus klettern und akrobatisch diverse Schlaglöcherpfützen umrunden. Ich blicke etwas unglücklich auf meine Ballerinas und die Feinstrumpfhose - irgendein dubioser Online-Wetterdienst (danke, wetter.com, -.de etc.pp.!) war der Ansicht gewesen, in Sibiu gäbe es angenehme 23-30 °C und allenfalls gelegentliche Schauer. Aha. Schön, dass wetter.com und -.de und wer weiß nicht wer sonst noch das wissen - das Hermannstädter Wetter weiß es leider nicht. Noch während wir in den Innenhof des Büchercafés treten und dort endlich auf Christa, Willi und Schlachtenbummlerin Heike treffen, fängt es wieder an zu dröppeln. Na, halleluja. Ich frage mich, wie groß wohl die Motivation bei den Hermannstädtern sein mag, sich bei Usselwetter zu einer Lesung von fünf mehr oder noch mehr unbekannten Deutschen zu schleppen. 

Groß, anscheinend.

Montag, 29. August 2016

Grenzgänger-Trip nach Rumänien (I): Bus, Blase, Beatles

Zehn Tage bin ich jetzt schon wieder aus Rumänien zurück, und vor lauter Uni-Zeugs, Wohnungssuche und dergleichen noch nicht dazu gekommen, vernünftige Lesungs- und Reiseberichte zu posten! Eine Schande, Schimpf und Schmach einmal wieder über mein Haupt, aber das wird diese Woche jetzt endlich nachgeholt. Zunächst allerdings eine kleine, kurze, freudige Begründung, warum es mit dem Bericht so lange gedauert hat: Zum einen habe ich endlich, endlich, was lange währt, und so, meinen Bachelor bestätigterweise hinter mich gebracht und die Zusage für einen Masterstudienplatz in Literaturübersetzen eingesackt - was bedeutet, dass ich meiner zweiten Heimat Freiburg leider Ende September auf Wiedersehen sagen muss, um wieder Richtung NRW (sprich: ennervé) zu ziehen.

Die letzte Woche habe ich schon mit bisher leider erfolgloser Wohnungssuche in Düsseldorf verbracht - aber bis zum Semesterbeginn Mitte Oktober ist ja noch ein bisschen Zeit, also fleißig Däumchen drücken, dass alles smooth über die Bank geht! Jetzt bin ich erst einmal wieder in Deutschlands Sonnenstadt (und die meinte es die letzten Tage fast schon ein bisschen zu gut) und habe ein bisschen Zeit und Muße, mich den Berichten unserer Rumänien-Reise zu widmen. Let's go, oder wie der Rumäne sagt ... offen gestanden - ich habe keine Ahnung, wie der Rumäne sagt. Jedenfalls sagt er es durchschnittlicherweise nicht auf Englisch. Aber der Reihe nach (wen mein Geplänkel nicht interessiert, der möge einfach direkt zum Lesungsbericht springen!):


Freitag, 12. August

 

Nachts. Und ein abgründiger Exkurs über nichtexistentes Sozialverhalten.


Jeder Mensch ist ein Abgrund. Man schaudert, wenn man hineinsieht, soll Georg Büchner gesagt haben, und mit Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein, setzt der gute, alte Nietzsche wie gewohnt noch einen drauf. Nicht, dass ich irgendeine Ahnung hätte, mit welchen menschlichen Abgründen die beiden Herren zu Lebzeiten zu kämpfen hatten, aber gemessen an ihrem Hang zur Aphoristik müssen das ziemlich schlimme gewesen sein. Allerdings bin ich mir wiederum sehr sicher, dass keiner von beiden sich mit den wirklich schlimmsten, schwärzesten und wohlverborgensten Abgründen der menschlichen Seele hat auseinandersetzen müssen, denn die offenbart sich meines Erachtens nur an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Tageszeit: im Fernbus bei Nacht.